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Kitewind
Wind

Wie viel Wind brauchst du zum Kitesurfen?

Frag am Strand, und du hörst "so um die fünfzehn Knoten". Diese Antwort stimmt für genau eine Person. Wie viel Wind reicht, hängt davon ab, wie schwer du bist und wie groß dein größter Kite ist, und diese beiden Dinge machen von Kiter zu Kiter schnell zehn Knoten aus.

RatgeberMit der Rechnung und vier echten Sessions6 Minuten Lesezeit

Dutzende Kites in der Luft über der Brandung bei Wijk aan Zee
Wijk aan Zee an einem guten Tag. Alle schauen auf denselben Wind, und fast niemand fliegt dieselbe Größe. Foto: Kees Blokker, Noord-Hollands Archief, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons.
Die kurze Antwort

Wer 85 Kilo wiegt und einen 13-Meter-Kite hat, fährt entspannt ab 14 Knoten. Mit einem 9er braucht dieselbe Person 21 Knoten, mit einem 17er nur 11. Zehn Knoten Unterschied, und das Wetter ist die ganze Zeit dasselbe geblieben.

Stell einen schweren und einen leichten Kiter nebeneinander an denselben Strand. Der Leichte springt schon, auf einem großen Kite. Der Schwere steht bis zu den Knien im Wasser und wartet auf eine Böe. Beide schauen auf denselben Windmesser. Deshalb steht auf dieser Seite nirgends eine einzelne Zahl, und der Windrechner fragt zuerst, was du wiegst.

01Die Rechnung

Alles auf Kitewind läuft über eine Faustregel. Sie ist kurz genug, um sie sich zu merken:

Kitegrößein Quadratmetern= 2,2 × dein Gewichtin Kiloder Windin Knoten

Dreh sie um, und du hast die Antwort auf die Frage dieses Artikels. Bei welchem Wind fängt dein größter Kite an zu ziehen?

der Wind, den du brauchstin Knoten= 2,2 × dein Gewichtin Kilodein größter Kitein Quadratmetern

Nimm 85 Kilo und einen 13er. 2,2 mal 85 ist 187, und 187 geteilt durch 13 ist 14 Knoten. Bei diesem Wind passt der Kite genau. Ein paar Knoten darunter kommst du noch ins Gleiten, mit wenig Druck und viel Pumpen an der Bar. Unter 12 ist Schluss. Wie stark das Gewicht mitzählt, siehst du, wenn du denselben 12er drei Leuten gibst:

GewichtDie RechnungDer Kite passt bei
50 kg2,2 × 50 = 110, geteilt durch 129 Knoten
75 kg2,2 × 75 = 165, geteilt durch 1214 Knoten
95 kg2,2 × 95 = 209, geteilt durch 1217 Knoten

Gleicher Strand, gleicher Kite, acht Knoten Unterschied. An einem Tag mit 13 Knoten hat der Erste eine gute Session und der Dritte fährt wieder nach Hause.

Probier es selbst

Dein Board

12Knoten, ab hier geht es

  • knapp
  • geht
  • schön
  • stark
  • an Land

Ideally, you want steady wind with an average strength in the range of 15-20 knots.

IKO, die internationale Organisation der Kiteschulen, über den Wind zum Lernen.1 Also gleichmäßiger Wind von durchschnittlich 15 bis 20 Knoten. Das ist ein guter Mittelwert für eine Kitestunde. Für dich allein ist es zu grob.

02Mit Surfboard oder Foil reicht weniger Wind

Fährst du ein Directional, ein Board in der Form eines Surfbretts, brauchst du weniger Kite als auf einem Twintip. Das Board ist größer und hat mehr Auftrieb, also kommt es früher ins Gleiten. In der Rechnung gehen deshalb 1,5 Meter von der idealen Größe ab.

Diese Zahl ist ausprobiert. Mit 2 Metern weniger nannte die Seite eine Session overpowered, die in Wirklichkeit herrlich lief. Mit 1,5 stimmte es.

Ein Hydrofoil geht noch weiter. Der Flügel unter dem Board hebt dich aus dem Wasser, und dann fährst du bei Wind, bei dem der Rest am Strand sitzt. Hier gehen 2,5 Meter ab. Warum genau diese Zahl steht bei den Kitegrößen.

03Von zu wenig bis zu viel

Über deiner Untergrenze liegen noch vier Grenzen. Die unteren verschieben sich mit deinem Gewicht und deinem Kite. Die oberen zwei stehen fest bei 30 und 40 Knoten, denn ob es zu stark weht, ist eine Frage der Sicherheit und nicht der Größe. Die Tabelle folgt dem, was du oben einstellst.

Gerade eingestellt: 85 kg, 13 m, Twintip

WindWas du davon merkst
unter 12 knZu wenig. Dein größter Kite zieht dich nicht aus dem Wasser.
12 bis 14 knKnapp. Du fährst, aber du musst dafür arbeiten.
14 bis 19 knEs geht. Größter Kite, entspannt hin und her.
19 bis 30 knDer schöne Bereich. Genug Druck zum Springen.
30 bis 40 knStark. Geht gut, aber nur mit einem kleinen Kite.
über 40 knBleib an Land. Die Seite zählt das als Nein.

Gibst du ein anderes Gewicht oder einen anderen Kite ein, verschieben sich die 12, die 14 und die 19. Die 30 und die 40 bleiben stehen.

Ein Kiter mit Tempo über kurzes, holpriges Wasser am Zandmotor, mit den Dünen dahinter
Der Zandmotor, eine künstliche Sandhalbinsel bei Den Haag, bei starkem Wind. Kabbeliges Wasser, viel Druck, ein kleiner Kite. Foto: Smiley.toerist, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

04Woher die Zahlen kommen

Die Faustregel selbst ist nicht von uns. Sie geht seit Jahren unter Kitern herum, und woher sie kommt und wie sie sich neben anderen Größentabellen schlägt, liest du bei den Kitegrößen. Wo genau die Grenzen liegen, also wann "es geht gerade so" in "jetzt macht es Spaß" übergeht, ist nirgends festgelegt. Hier sind sie auf echte Sessions abgestimmt: Nach dem Fahren wurde aufgeschrieben, wie viel Wind da war, welcher Kite oben war und wie es sich angefühlt hat.

Ein Beispiel. Mit 17 Knoten auf einem 13er war es für 85 Kilo gerade noch eine Session. Deshalb liegt die Untergrenze so niedrig und nicht bei sicheren 18, mit denen du den halben Sommer zu Hause sitzt. Bei jeder Änderung an der Seite rechnet ein Test nach, ob diese Sessions noch richtig herauskommen.

Es bleibt eine Faustregel nach Gewicht. Wie gut du fährst, zählt auch: Wer erfahren ist, hält einen Kite bei starkem Wind länger und bekommt ihn bei wenig Wind früher zum Laufen. Sieh das Ergebnis als Startpunkt und schau immer, was der Rest des Strandes aufbaut.

05Böen zählen mit

Der Mittelwert erzählt nur die Hälfte. Ein Windmesser, der 20 Knoten mit Spitzen von 34 anzeigt, zieht bei diesen Spitzen fast dreimal so stark an deinen Leinen, denn die Kraft des Windes wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Du wählst deine Größe also nach der Spitze.

Der Wetterbericht hilft dir hier nicht. Die Windstärke, die das KNMI (der niederländische Wetterdienst) angibt, ist ein Mittelwert über zehn Minuten,2 und in zehn Minuten passen eine Menge Böen. Der niederländische Kitesurfverband warnt vor allem vor Schauern, die für "tückische Windstöße (oder Windlöcher)" (übersetzt) sorgen.3 Siehst du einen Schauer kommen, geh zuerst an Land.

Die Seite arbeitet mit zwei Grenzen. Liegen die Böen über dem 1,6-Fachen des mittleren Windes, rät sie zu einer Nummer kleiner. Liegen sie über dem 1,8-Fachen, heißt der Tag böig und es gibt Punktabzug. Das passiert nicht oft. In 485 Stunden Tageslicht bei Hoek van Holland lag die Spitze meist um das 1,4-Fache des Windes, und in neun von zehn Stunden zwischen 1,2 und 1,67.

06Und was ist eigentlich ein Knoten

Ein Knoten ist eine Seemeile pro Stunde, etwa 1,85 Kilometer pro Stunde. Der Wetterbericht spricht lieber in Windstärke. So rechnest du grob um:

KnotenWindstärkeKilometer pro Stunde
14 kn4etwa 26
19 kn5etwa 35
30 kn7etwa 56
40 kn8 bis 9etwa 74

Beim KNMI reicht Windstärke 4 von 11 bis 16 Knoten, 5 von 17 bis 21, 6 von 22 bis 27 und 7 von 28 bis 33.2 Die meisten Kitetage an der niederländischen Küste sind also Windstärke 5 oder 6. Die ganze Skala steht bei Windstärke in Knoten.

Jetzt deine Zahl

Gib dein Gewicht und deinen größten Kite ein und wähl deinen Spot. Du siehst den Wind von heute und der kommenden Woche pro Stunde, und daneben, was die Messstationen gerade messen.

Für mein Gewicht und meinen Kite ausrechnen

07Weiterlesen

Wörter in diesem Artikel

Quellen

  1. IKO, "How long does it really take to learn to kitesurf". ikointl.com
  2. KNMI, "Windschaal van Beaufort" (Beaufortskala, niederländisch). knmi.nl
  3. Nederlandse Kitesurf Vereniging (Niederländischer Kitesurfverband), "Externe omstandigheden" (Äußere Bedingungen, niederländisch). kitesurfvereniging.nl